Von Annemarie Kramer
Lateinischer Name: Chelonia mydas
Gewicht: Bis zu 200 kg
Größe: Bis zu 120 cm
Verbreitung:
Eine weltweit verbreitete Art in tropischen und subtropischen Meeren des Atlantiks, Pazifiks und Indischen Ozeans. Sie hält sich in Küstennähe auf, durchquert aber auch die Ozeane bei ihren langen Wanderungen zwischen Fress- und Nistgründen. Wichtige Niststrände befinden sich an vielen tropischen Kontinentalküsten, z.B. in Costa Rica oder Surinam, aber auch auf kleinen Inseln, die den Küstenriffen vorgelagert sind, wie z.B. vor dem Großen Barriereriff in Australien, ebenso auf Inseln mitten im Ozean, wie z.B. Ascension oder Atol de las Rocas im Atlantik. Diese Schildkrötenart bevorzugt flache, küstennahe Gebiete und auch Riffnähe mit reichlichem Vorkommen an Seegras und Algen.
Nistverhalten:
Die Weibchen kommen zum Eier legen immer an den gleichen Strand, vermutlich dorthin, wo sie auch selber einst geschlüpft sind. Die Eier werden in der Nacht gelegt; dazu wird eine nach unten breiter werdene Eikammer ausgehoben, durchschnittlich 112 Eier abgelegt und das Nest schließlich mit Sand zugedeckt. Eine Schildkröte kann alle 2 – 4 Jahre zwischen zwei und fünf mal Eier legen, durchschnittlich vergehen zwischen den Eiablagen zwei Wochen. Ungefähr 2 Monate vergehen bis die jungen Schildkröten schlüpfen. Die Schildkröten schlüpfen nachts und laufen zum hellsten Horizont, üblicherweise dem Meer. Es wird angenommen, dass während dieser Reise zum Meer die jungen Schildkröten sich die Charakteristik ihres Heimatstrandes einprägen und so später wieder zurückfinden.
Man weiß, dass die frischgeschlüpften Schildkröten aufs offene Meer hinaus schwimmen und erst nach Jahren zur Küste zurückkehren. Was sie zwischendurch machen ist noch weitgehend unbekannt, vermutlich leben sie im freien Ozean, aber nicht mit Sargassum Seegras assoziiert. Durschnittlich werden diese Schildkröten erst mit 25 Jahren oder sogar noch später geschlechtsreif und können sich selber fortpflanzen. Dazu kommen sie zur Paarung ins Gebiet der Niststrände, nahe der Küste.
Ernährung:
Junge Grüne Meeresschildkröten sind Allesfresser, später ernähren sie sich vorallem von Seegras und Algen, aber auch von Quallen, Salpen oder Schwämmen. In manchen Gebieten gehören auch Schnecken, Krebse und Fische zu ihrer Nahrung.
Besonderheiten:
Die Grüne Meeresschildkröte ist auch unter dem Namen Suppenschildkröte bekannt. Lange Zeit wurde sie zu Schildkrötensuppe verarbeitet und wird in vielen Ländern noch immer gegessen; auch ihre Eier sind vielerorts ein begehrtes Nahrungsmittel. Der Name Grüne Meereschildkröte kommt von der grünen Fettschicht die unter ihrem Panzer liegt.
Literatur:
Lutz, P. L. & J. A. Musick (Hrsg.), 1997. The Biology of Sea Turtles. 432 Seiten. CRC Press. Boca raton, London, New York, Washington, D.C.
Lutz, P. L., J. A. Musick & J. Wyneken (Hrsg.), 2003. The Biology of Sea Turtles. Volume II. 455 Seiten. CRC Press. Boca raton, London, New York, Washington, D.C.