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Lederschildkröte

Von Annemarie Kramer


Lateinischer Name: Dermochelys Coriacea

Gewicht: Zum Teil über 900 kg

Größe: Bis zu 260 cm

Verbreitung:

Weltweit tropisch und in gemäßigten Zonen; wurde bei Wassertemperaturen von nur 7,5° Celsius beobachtet. Die Lederschildkröte ist weit besser an kühlere Wassertemperaturen angepasst als alle anderen Meeresschildkröten und daher viel weiter verbreitet. Die Nistgebiete liegen in tropischen und subtropischen Gebieten. Die Lederschildkröte ist eine pelagische Art d.h. sie kommt normalerweise im offenen Ozean vor und nähert sich der Küste nur in der Fortpflanzungszeit. Sie ist dafür bekannt die längsten Wanderungen unter den Meeresschildkröten zurückzulegen; Wanderungen zwischen 200 und 1000 km sind nichts ungewöhnliches, die am weitesten beobachteten Distanzen liegen bei bis zu 6000 km.

Nistverhalten:

Über das Nistverhalten ist noch wenig bekannt. Alle zwei bis drei Jahre kommt das Weibchen zum Nisten und legt vier bis fünf mal Eier, dabei kommt sie zwar in dieselbe Gegend, jedoch nicht unbedingt an denselben Strand zurück.

Das Weibchen legt durchschnittlich 81 Eier. Ausgebrütet werden die Eier in sechs bis acht Wochen. Was die jungen Schildkröten in ihren ersten Lebensjahren machen ist weitgehend unbekannt, vermutlich schwimmen sie zu Zonen in denen sie genügend Nahrung in Form von Quallen und Manteltieren finden. Da die Lederschildkröten den Großteil ihres Lebens im offenen Meer verbringen, ist sehr wenig über ihre Entwicklung bekannt. Vermutlich werden sie zwischen 8 und 15 Jahren geschlechtsreif. 

Ernährung:

Die Lederschildkröte ernährt sich hauptsächlich von im freien Ozean vorkommenden, wirbellosen Tieren wie Manteltieren und Quallen, Krebstieren und kleinen Fischen, Meerespflanzen werden unbeabsichtigt mitgegessen. Das Fressverhalten der frisch geschlüpften und auch jungen Schildkröten ist unbekannt, es wird vermutet, daß sie im offenen Ozean leben und dort nach Nahrung suchen. Im Gegensatz zu anderen Meeresschildkröten besitzen Lederschildkröten keine Nahrungsgründe in denen sie sich aufhalten, sondern schwimmen kontinuierlich im Ozean. 

Besonderheiten:

Lederschildkröten können bis zu 1300 m tief tauchen. Statt einem festen Knochenpanzer, wie die anderen Meeresschildkröten, besitzen sie eine ledrige Haut die den Körper nach außen hin umgibt, daher auch der Name. Die Lederschildkröte besitzt als einziges Reptil ein System zur Temperaturkontrolle und kommt auch in Wasser mit einer Temperatur zwischen 0° und 15° Celsius vor, dabei kann sie eine Körpertemperatur von ungefähr 25°Grad Celsius aufrecht erhalten. Sie besitzt eine dicke Isolationsschicht, ein großes Körpervolumen und eine hohe Stoffwechselrate, das trägt alles zur Erhaltung einer höheren Körpertemperatur bei. 

In den Körperextremitäten befinden sich Wärmeaustauschregulatoren, die das in den Körper zurückströmende Blut erwärmen. Umgekehrt können sie sich in warmen Temperaturen abkühlen indem die äusseren Körperschichten stärker durchblutet werden; das findet man, wenn die Weibchen zum Eier legen an tropische Strände kommen.


Literatur:
Lutz, P. L. & J. A. Musick (Hrsg.), 1997. The Biology of Sea Turtles. 432 Seiten. CRC Press. Boca raton, London, New York, Washington, D.C.
Lutz, P. L., J. A. Musick & J. Wyneken (Hrsg.), 2003. The Biology of Sea Turtles. Volume II. 455 Seiten. CRC Press. Boca raton, London, New York, Washington, D.C. 

 

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